GEG: Einfach machen.
Ein Kommentar von Thomas Elpers
Die Diskussion um das Gebäudeenergiegesetz (GEG) ist komplex und emotional aufgeladen. Als jemand, der die Herausforderungen im Münsterland und darüber hinaus aus der Praxis kennt, sehe ich klar, dass die aktuellen Anforderungen vielerorts auf erhebliche Hürden stoßen. Es geht nicht darum, die Klimaziele zu ignorieren, sondern darum, realistische und umsetzbare Wege dorthin zu finden, die von den Beteiligten realistisch mitgetragen werden können.
Praktikabilität vor Ideologie
Viele Eigentümer, besonders im ländlichen Raum, stehen vor Sanierungsszenarien, die finanziell kaum tragbar sind, wenn sie die strengen Vorgaben des GEG in der jetzigen Form erfüllen sollen. Wir müssen anerkennen, dass nicht jeder Haushalt die gleichen finanziellen Rücklagen oder Zugang zu komplexen Förderprogrammen hat. Hier liegt der Schlüssel für sinnvolle Vereinfachungen.
Mögliche Ansatzpunkte für Erleichterungen
-
Technologieoffenheit stärken: Statt einer starren Fokussierung auf Wärmepumpen müssen Hybridlösungen und die sinnvolle Nachrüstung bestehender Gas- und Ölheizungen (etwa mit grünem Wasserstoff oder Biogas, wo dies realistisch ist) stärker gefördert und anerkannt werden.
-
Bestandsschutz und Übergangsfristen: Für gut gewartete, funktionierende Altanlagen sollten längere, verlässliche Übergangsfristen gelten, die den Eigentümern Zeit geben, auf wirtschaftlich sinnvolle Lösungen umzusteigen, anstatt zu erzwungenen, teuren Sofortmaßnahmen genötigt zu werden.
-
Vereinfachte Förderbürokratie: Der Zugang zu Fördergeldern muss drastisch vereinfacht werden. Die aktuelle Antragstellung ist für Laien oft ein undurchschaubares Labyrinth. Ein einfacher, standardisierter Prozess mit schnellen Zusagen ist essenziell.
-
Regionale Unterschiede berücksichtigen: Im Münsterland sind die Gegebenheiten – etwa Dämmstandards alter Bausubstanz oder die Verfügbarkeit von Fachkräften – oft andere als in Großstädten. Das Gesetz muss flexiblere regionale Anpassungsmöglichkeiten zulassen.
Vereinfachungen beim GEG sind keine Kapitulation vor dem Klimaschutz, sondern ein pragmatischer Weg, diesen Schutz durch breite gesellschaftliche Akzeptanz zu erreichen. Nur wenn die Maßnahmen für Bürger und Handwerk verständlich, finanzierbar und umsetzbar sind, werden wir die notwendige Transformation erfolgreich gestalten können.
Ihr Thomas Elpers

